|
 |
 |
|
|
 |
| Kurs |
Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| 1,54 € |
1,48 € |
+0,061 € |
+4,12 % |
22.04/10:00 |
| |
| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0007314007 |
731400 |
- € |
- € |
| |
|
|
| |
|
|
| |
Heidelberger Druck strukturelle Veränderungen angekündigt 09.11.2011
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Heidelberger Druck (ISIN DE0007314007 / WKN 731400) von "kaufen" auf "verkaufen" herab.
Nachdem Heidelberger Druck bereits vor zwei Wochen die wichtigsten Q2-Zahlen vorab und damit einhergehend eine Gewinnwarnung veröffentlicht habe, seien die gestern vorgelegten Zahlen ein "Non-Event" gewesen. Der Fokus im Conference Call habe somit auf der zukünftigen Ausrichtung des Konzerns gelegen, angesichts der Tatsache, dass eine wirkliche Erholung der Branche weiter auf sich warten lasse.
Erste Maßnahmen um der schwächer als erwarteten Marktentwicklung zu begegnen sei eine Ausweitung der Kurzarbeit. Rund die Hälfte der 10.500 deutschen Mitarbeiter solle zukünftig wieder in die Kurzarbeit gehen. Das Management arbeite darüber hinaus derzeit Maßnahmen aus, um trotz der schwächeren Marktentwicklung die Kosten weiter nachhaltig zu reduzieren.
Ziel sei es, innerhalb der nächsten zwei Geschäftsjahre ein operatives Ergebnis von 150 Mio. EUR zu erzielen. Um das zu erreichen, schließe man auch strukturelle Veränderungen nicht aus, ohne dies näher zu erläutern. Die Analysten würden erwarten, dass es einen weiteren Personalabbau geben werde. Darüber hinaus würden sie nicht ausschließen, dass man sich von Geschäftsaktivitäten trennen werde (z.B. Pre-/Postpress).
Die Analysten würden davon ausgehen, dass Heidelberger Druck im nächsten Geschäftesjahr durch die drupa Umsatzzuwächse verbuchen könne (BHLe: +7,5% auf 2,74 Mrd. EUR). Im Jahr 2013/14 erwarte man dann wieder einen Umsatzrückgang (-3,0%) auf 2,66 Mrd. EUR.
Würden die Analysten davon ausgehen, dass sich das Umsatzpotenzial von Heidelberger Druck zukünftig auf rund 2,7 Mrd. EUR einstelle, womit sich nach Erachten der Analysten derzeit ein EBIT von 70 bis 80 Mio. EUR realisieren lassen würde, so müssten die Fixkosten um weitere 70 bis 80 Mio. EUR reduziert werden, um ein EBIT von 150 Mio. EUR zu erreichen. Dies würde im Wesentlichen durch eine Reduzierung der Mitarbeiterzahlen geschehen. Würden die Analysten von einem Gehalt zwischen 50.000 und 55.000 EUR pro Jahr ausgehen, würde dies weiteren 1.000 bis 1.200 Entlassungen entsprechen. Den damit verbundenen Aufwand würden sie auf rund 55 Mio. EUR schätzen zuzüglich Sonderabschreibungen etc.
Finanziell scheine die Gesellschaft in der Lage, eine weitere Restrukturierungsrunde durchlaufen zu können (Nettoverschuldung: 279 Mio. EUR, Anleihe von 300 Mio. EUR mit Laufzeit bis 2018; Kreditlinien von 500 Mio. EUR mit Laufzeit bis Ende 2014). Für den Kapitalmarkt bedeute dies, dass vernünftige Ergebnisse weiter auf sich warten lassen würden. Da es keine Aussagen des Managements zu den angekündigten strukturellen Maßnahmen gebe, Verhandlungen mit den Gewerkschaften etc. noch ausstünden, sei die Visibilität sehr gering. Die Analysten hätten trotzdem Annahmen getroffen, um den Restrukturierungsprozess in den Zahlen zu berücksichtigen, wenngleich sie das EBIT-Ziel für sehr ambitioniert halten würden.
Ihre Anlageempfehlung für die Aktie von Heidelberger Druck stufen die Analysten vom Bankhaus Lampe aufgrund der Unsicherheiten auf "verkaufen" zurück. Das Kursziel werde von 2 EUR auf 1,30 EUR gesenkt. (Analyse vom 09.11.2011) (09.11.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|
 |
|
|
 |
|
|
| |
|